Karwoche und Ostern 2019

Liebe Gemeinde,
Liebe Gäste,

Jedes Jahr an den heiligen drei Tagen, dem "Heiligen Triduum des gekreuzigten, gestorbenen und auferstandenen Christus" (hl. Augustinus), durchläuft die Kirche in einer Atmosphäre des Gebets und der Buße von neuem die letzten Stationen des Erdenlebens Jesu. Am Gründonnerstag ist das das Letzte Abendmahl mit seinen Jüngern. Am Karfreitag sind es seine Verurteilung zum Tod, der Aufstieg zum Kalvarienberg, wobei er das Kreuz trägt, sein Opfertod für unser Heil, seine Grablegung. Am Karsamstag ist es eben Jesus, der tot im Grabe ruht. Totenstille. Am "dritten Tag" läßt die Kirche dann seine Auferstehung wieder lebendig werden: Es ist Ostern, der Übergang Jesu vom Tod zum Leben, in dem sich die alten Prophezeiungen voll erfüllen. Die ganze Liturgie der Osterzeit besingt die Gewißheit und Freude über die Auferstehung Christi.

Diese Gewißheit und diese Freude feiern wir in der österlichen Eucharistie am Ostersonnatg, 21. April 2019 um 10.30 Uhr in unserer Kapelle. Anschließend findet die Segnung der Osterspeisen statt.

Gnadenreiche Kartage und ein frohes, gesegnetes Osterfest!

Die Karwoche ist für Christen die wichtigste Woche des Jahres. In den liturgischen Feiern dieser Tage haben wir die Gelegenheit die zentralen Ereignisse unserer Erlösung vertieft zu betrachten. Sie bilden das Herz und die Mitte des ganzen Kirchenjahres. Im Brief an die Philipper heißt es: "Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz" (Phil 2, 6-8). Diese Intensität der Liebe Gottes zu uns Menschen wird in den Passionsereignissen der Karwoche sichtbar.

Unter den Jubelrufen "Hosanna, dem kommt in Namen des Herrn" zieht Jesus am Palmsonntag in die Stadt Jerusalem. Auf diesen Weg hat sich Jesus gemeinsam mit den Zwölf gemacht hatte. Unterwegs hat aber sich ihnen nach und nach eine immer größer werdende Schar von Pilgern angeschlossen: eine „große Menschenmenge" (vgl. 10,46). Jesus geht nach Jerusalem hinauf, um die Schrift zu erfüllen und ans Kreuz gehängt zu werden; es ist der Thron, von dem aus er auf ewig herrschen, die Menschheit aller Zeiten an sich ziehen und allen das Geschenk der Erlösung anbieten wird. Der Palmsonntag ist eine Art von großen Portal, das uns in die Karwoche eintreten läßt.

Am Abend vor seinem Tod (Gründonnerstag) wusch Jesus seinen Jüngern die Füße. Sklavendienst! Dann setzte er das Sakrament Eucharistie ein mit den Worten "Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird" (Lk 22, 19-20). Papst Benedikt XVI sagt dazu: "In gewissem Sinne können wir sagen, dass gerade das Letzte Abendmahl der Gründungsakt der Kirche ist, weil er selbst sich hingibt und auf diese Weise eine neue Gemeinschaft schafft, eine Gemeinschaft, die vereint ist in der Gemeinschaft mit ihm selbst".

Karfreitag ist Tag der Passion Christi. Er steh im Zeichen des Kreuzes Christi. Kreuz war das grausamste Hinrichtungsmittel der Antike. Indem sich Jesus ans Kreuz hat schlagen lassen, trat Gott in die Abgründe der Leiden der Menschheit ein. "Gott breitet am Kreuz seine Hände aus, um die äußersten Ende des Universums zu umarmen" (hl. Cyrill von Jerusalem). Durch sein Leiden und Sterben am Kreuz hat Christus das" menschliche Leiden auf die Ebene der Erlösung gehoben. Darum kann jeder Mensch durch sein Leiden am erlösenden Leiden Christi teilhaben". (J.P.II.)

"Der grausame Tod Christi, der den Karfreitag überschattet, lenkt unseren Blick auch auf all den Schmerz, den Hass und die Gewalt, unter denen die Welt bis heute leidet. Gerade da wird Christus, der diese zutiefst menschliche Erfahrung bis zum Äußersten mit uns geteilt hat, für uns zur Stütze und zur Quelle der Hoffnung. In dieser stillen Zuversicht gehen wir am Karsamstag der Osternacht entgegen, in der wir den Sieg der Auferstehung Christi über die Finsternis der Sünde und des Todes feiern. Das Ereignis des Todes und der Auferstehung Christi ist das Herz des Christentums, der tragende Mittelpunkt unseres Glaubens, der mächtige Antrieb unserer Gewissheit, der starke Wind, der alle Angst und Unsicherheit, jeden Zweifel und jede menschliche Berechnung vertreibt". (Benedikt XVI.)

+ "Wenn du dein Kreuz freudig trägst, wird er dich tragen" (Thomas von Kempen)

+ "Man muss sein Kreuz tagen, nicht schleppen und man muss es wie einen Schatz fassen, nicht wie eine Last. Duch das Kreuz allein können wir ja Jesus ähnlich werden" (Francois Fenelon)

+ "Gott ist nicht gekommen, das Leiden zu unterbinden. Er ist nicht einmal gekommen, es zu erklären, sondern er ist gekommen, es mit seiner Gegenwart zu füllen". Paul Claudel

+ "Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln". (Dietrich Bonhoeffer)

+ "Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht herumlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat". (Friedrich Schiller)

+ http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/audiences/2008/documents/hf_ben-xvi_aud_20080319.html - Papst Benedikt XVI erklärt das österliche Triduum

http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/audiences/2011/documents/hf_ben-xvi_aud_20110427.html - Wie können wir Ostern zum "Leben" werden lassen? Auf diese Frage antwortet Papst Benedikt XVI.

https://www.erzdioezese-wien.at/site/glaubenfeiern/imkirchenjahr/ostern/article/73435.html - Die Karwoche auf einen Blick

 

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